Brandungsangeln:

Meeresangeln in Dänemark - Brandungsangeln

Foto: Jörg Brosius

An fast allen Küsten Dänemarks kann der Angler vom Ufer aus in der Brandung angeln.

Im Westen Jütlands locken lange Sandstrände nur unterbrochen von einigen Häfen und Molen. Die Hauptbeute dabei sind Plattfische wie Scholle und Flunder. Die Chancen, dabei einen Dorsch zu haken sind leider gering geworden, lediglich von den Molen aus werden noch welche gefangen und diese sind in der Hauptsache untermaßig.

In der Nordsee herrschen oftmals starke Strömungen, verursacht durch die Gezeiten, es sind kräftige Ruten und schwere Gewichte nötig, um den Köder an der gewünschten Stelle zu halten. Routinierte Brandungsangler setzen dabei auf Krallenbleie.

Für den Kattegat gelten ähnliche Regeln, auch hier sind tiedenabhängige Strömungen vorhanden, so dass das Geschirr kräftig ausfallen darf. Das Unterwasserprofil wechselt vom Sandboden auf gemischten Untergrund, wo auch der Steinbutt heimisch ist.

Weiter im Süden an der Ostseeküste Jütlands und auf den Inseln können Sie mitunter auch mit leichterem Gerät angeln. Erkundigen Sie sich aber vor Ort über die Strömungsverhältnisse; gerade um Landzungen herum (Huks) strömt es oftmals gewaltig.


Ausrüstung

Ruten: verwendet werden je nach eigener Körpergröße und Reiseziel Ruten von etwa 3,90 m bis 4,50 m. Es gibt sie in verschiedenen Materialien und Ausführungen. Glasfaserruten sind zwar stabil, aber auch etwas schwerer. Moderne Kohlefaserruten sind leicht und gut zu handhaben. Je nach persönlicher Vorliebe und der gesamten Zusammenstellung der Ausrüstung greift man zu etwas weicheren Ruten oder zu härteren Modellen.

Rollen: ob man nun eine Stationärrolle oder eine Multirolle einsetzt, ist der Vorliebe des Anglers vorbehalten. Die meisten angeln mit Stationärrollen, da sie sich weniger mit den doch sehr praktischen Multis auseinander gesetzt haben. Achten Sie beim Kauf einer Stationärrolle auf eine Weitwurfspule, sauberes Verlegen der Schnur auf der Spule und eine gute Füllung mit Schnur. Wenn zuwenig Schnur auf der Rolle ist, erhöht sich der Reibungswiderstand beim Werfen, was die Wurfweite beeinträchtigt. Korrosionsbeständig sollte die Rolle natürlich auch sein.
Entscheiden Sie sich beim Kauf einer Multirolle für das Brandungsangeln für ein Modell ohne Schnurführung. Die Schnurführung ist zwar ein nettes Instrument zur Verlegung der Schnur auf der Spule, aber es kostet durch die Mechanik und die Reibung Wurfweite - und die kann entscheidend sein. Für das Verlegen der Schnur helfen Sie mit dem Finger nach; man gewöhnt sich sehr schnell daran.

Rutenhalter: sehr nützlich ist ist ein so genanntes Dreibein (Tripod), das man nicht nur auf dem Strand aufstellen kann, sondern auch auf festem Untergrund, wie zum Beispiel einem Küstenabschnitt mit Geröllboden oder auch auf der Mole. Ein Dreibein ist für mehrere Ruten geeignet. Achten Sie beim Kauf darauf, dass ein Haken in der Mitte vorhanden ist, in den Sie einen Sack mit Sand oder Steinen zum Beschweren einhängen können (Stabilisierung).

Gewichte: die Palette der Gewichte ist vielfältig. Es gibt Sechskantbleie und andere Formen, sowie Krallenbleie, die sich mit ihren Haken im Boden festkrallen. Je nach Strömung werden Gewichte von 100 - 200 g verwendet.

Schnur: geflochtene Schnur hat zwar zweifelsfrei große Vorteile, wie z.B. direkten Kontakt, geringe Durchmesser und damit geringen Wind- und Wasserwiderstand, jedoch hat geflochtene Schnur ein Manko bei der Abriebfestigkeit. Angeln Sie auf gemischtem Untergrund oder gar Muschelbänken, sollten Sie zumindest einige Meter monofile Schnur vorschalten oder ganz damit angeln. Wählen Sie die Schnur nicht zu schwach - vor allem wenn Sie mit monofiler Schnur angeln -, denn beim Wurf entwickeln sich enorme Kräfte, so dass es passieren kann, dass die Schnur reißt. Um das zu vermeiden, können Sie auch einige Meter Schlagschnur vorschalten.

Montagen: es gibt eine große Vielzahl an verschiedenen Montagen für das Brandungsangeln, vom einfachen Paternoster bis hin zu komplexen Gebilden mit Weitwurfclip, die dementsprechend etwas teurer in der Anschaffung sind. Bewährt haben sich Montagen mit Lockperlen, Spinnerblättchen und Auftriebskörpern. Wenn Sie Ihre Montagen selbst herstellen, übertreiben Sie es mit den Zusätzen nicht, oftmals ist weniger mehr.

Köder: beim Brandungsangeln wird mit Naturködern gefischt. Am bekanntesten und damit am häufigsten verwendet wird der Wattwurm, den Sie am Besten mit der Ködernadel anködern. Mit ihm können Sie eigentlich alle Fische fangen, ob es sich nun um Plattfische handelt, Dorsche, Aale oder auch Wolfsbarsche. Wattwürmer können Sie überall kaufen, teilweise sind sogar Köderautomaten aufgestellt. Wenn Sie Wattwürmer selbst graben wollen, erkundigen Sie sich vorher, ob es dort auch erlaubt ist.
Der Seeringelwurm ist auch fast überall erhältlich und ein hervorragender Köder, häufig ist er fängiger, als der Wattwurm. Achten Sie beim Anködern auf die Zangen mit denen der Seeringelwurm zwicken kann. Es verursacht keine Verletzungen und schmerzt auch nicht besonders, aber es erschreckt. Der Seeringelwurm hält nicht nur ausgezeichnet am Haken, Sie können auch einzelne Segmente von ihm verwenden, wenn er zu groß ist oder wenn Sie einen Cocktail anbieten wollen. Ein Cocktail ist ein gemisschter Köder aus Wurm, Fischfetzen und Garnelen.
Fetzenköder werden von Hering, Makrele und Hornhecht geschnitten, aber auch die Scholle und Flunder eignen sich dafür. Je nach Fischart nehmen Sie kleinste Fischfetzen in der Größe eines Fingernagels bis hin zu mehrere Zentimeter großen Teilen.
Garnelen und Krabben sind auch sehr fängige Köder, jedoch werden sie seltener eingesetzt. Bei den Krabben (Strandkrabbe) verwenden Sie die Tiere, die sich gerade im Häutungsprozess befinden, sprich diejenigen, die ihren Panzer abgeworfen haben und deren neuer Panzer noch nicht ausgehärtet ist. Die Krabbe ist eine sehr beliebte Nahrung von Dorschen. Garnelen können Sie roh oder gekocht anködern. Nicht nur Plattfische nehmen sie gerne, sondern auch Aale.


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